Dauer von Trockenperioden im Frühjahr im östlichen Deutschland zwischen 1961 und 2020

Nach der Analyse von sommerlichen Trockenperioden sollen in diesem Beitrag die trockenen Phasen im Frühjahr betrachtet werden. Für die Vegetation sind die Monate von März bis Mai besonders entscheidend, da zu dieser Zeit die initialen phänologischen Phasen stattfinden. Bei einjährigen Pflanzen beinhaltet dies die Keimung und die schnellen Wachstumsphasen. Mehrjährige Pflanzen treiben aus, erreichen die ersten Wachstumsphasen und bilden teilweise in dieser Zeit auch schon die Anlagen für Fruchtstände. Trockenphasen in dieser Zeit können deswegen massive Auswirkungen auf die Vegetation und die Erträge in der Landwirtschaft haben.

Die Definition von Trockenphasen oder -perioden ist schwieriger, als es auf dem ersten Blick scheint. Ein kurzer Niederschlag könnte als Ende bzw. Beginn einer trockenen Phase definiert werden. Auf die Vegetation und den Wasserhaushalt hat ein kurzer geringer Niederschlag aber beispielsweise kaum Effekte. Dafür sind intensivere, vor allem längere, Niederschläge notwendig. Deswegen ist es bei der Analyse von Daten zu trockenen Phasen im Wettergeschehen notwendig zu definieren, was genau betrachtet wurde.

In dieser einfachen Untersuchung wird die Dauer der längsten Trockenperioden im östlichen Deutschland zwischen dem 1. März und dem 31. Mai analysiert. Als Basis dienen Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes mit einer Auflösung von einem Quadratkilometer. Eine Trockenperiode beginnt nach dem letzten registrierten Niederschlag und endet mit einem erneuten Niederschlag. Dabei ist es unerheblich, ob die aufsummierten Niederschläge an einem Tag 0,1mm oder den Maximalwert im Betrachtungsgebiet von 112, 8mm pro Tag erreichen. Der Betrachtungszeitraum reicht bis in das Jahr 1961 zurück. Durch die Limitierung auf die Monate März, April und Mai sind keine verlässlichen Aussagen über Trockenperioden möglich, die vor dem 1. März begonnen haben bzw. nach dem 31. Mai endeten.

Auch im Frühjahr hängen die Intensitäten von Trockenperioden von den vorherrschenden Wetterlagen ab. Sind die Monate von März bis Mai von wechselhaften feuchten Wetterlagen aus westlichen Richtungen bestimmt, ergeben sich selten Trockenphasen, die über eine Woche andauern. Wird der Frühling hingegen von einer oder mehreren Hochdruckwetterlagen geprägt, können Zeiträume ohne Niederschläge mehre Wochen andauern. Regional sind bereits Trockenphasen mit über 50 Tagen ohne Niederschlag registriert worden. Diese Zeiträume sind aktuell noch die große Ausnahme, treten aber in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit zunehmender Tendenz auf.

Die längsten registrierten Trockenperioden zwischen 1961 und 2021 im Zeitraum vom 1. März bis 31. Mai.

Regional sind in den Staulagen der Mittelgebirge seltener längere Zeiten ohne Niederschläge als im Norddeutschen Tiefland zu beobachten. Allerdings sind diese Unterschiede nicht so stark ausgeprägt wie in den Sommermonaten. So ist lediglich im Erzgebirge und dem westlichen Harz eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit für längere Trockenphasen über den Betrachtungszeitraum zu erkennen. Diese Anomalien erzeugen einen leichten Nord-Süd-Gradienten. Die restlichen Gebiete haben mit durchschnittlichen Werten zwischen 11 und 16 Tagen ungefähr ähnlich hohe Werte. Auffällig ist das Fehlen des in der Analyse für die Sommermonate festgestellten West-Ost-Gradienten in den Werten. So ist eine längere Trockenphase im Frühjahr in Hannover, Magdeburg oder Cottbus etwa gleich wahrscheinlich in den vergangenen sechs Jahrzehnten gewesen.

Die durchschnittliche Dauer von Trockenphasen im Frühjahr auf Jahrzehnte gemittelt.
Hinweis: Lokal erhöhte Werte können aus Interpolationsartefakten der Rohdaten resultieren.

Über die Jahrzehnte gemittelt ergeben sich für das Frühjahr im östlichen Deutschland durchschnittliche Trockenphasen mit einer Länge von ungefähr 5 Tagen bis fast drei Wochen. In den 1960er Jahren sind deutliche Unterschiede in den längen der durchschnittlichen maximalen Trockenperioden auszumachen. So gab es lediglich in weiten Teilen des heutigen Brandenburgs und dem östlichen Mecklenburg-Vorpommern eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für längere Phasen ohne Niederschläge. Bereits im folgenden Jahrzehnt nimmt im Norddeutschen Tiefland die Wahrscheinlichkeit für längere Trockenperioden massiv zu. Dies ist bis in die 2010er anhaltend zu beobachten. Ab den 2000er Jahren ist auch eine deutliche Verlängerung der Trockenphasen im Thüringer Becken und dem nördlichen Sachsen zu beobachten. Für das gesamte Betrachtungsgebiet ist eine gemittelte Zunahme der maximalen Trockenphasen von durchschnittlich 9 Tagen auf 13 Tagen zwischen 1961 und 2021 zu verzeichnen.

Regionale Entwicklung der Länge der längsten Trockenperioden in den vergangenen Jahrzehnten.

Für nähere oder regionalspezifische Analysen z.B. zu Trockenphasen, auch zu anderen Jahreszeiten, können Sie sich gerne an uns wenden.

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