Großwetterlage im Juni 2021

Im Osten Deutschlands war die erste Hälfte des Juni geprägt von einer stabilen Hochdruckwetterlage. Dabei brachte ein stabiler Ausläufer eines Hochs über Westrussland trockene und warme Luftmassen nach Mitteleuropa. In Kombination mit den Sonnenhöchstständen kam es deshalb lokal zu Temperaturen von über 35°C und die Luftfeuchtigkeit sank zeitweise unter 20%. Die Folge waren eine extreme Trockenheit und sinkende Pegel in den Gewässern.

Grund für diese Wetterlage waren die seit Jahresbeginn stark ausgeprägt Rosbywellen auf der Nordhalbkugel. Dabei handelt es sich um eine mäandernde Westwinddrift, die eine stabile Verlagerung von Luftmassen aus arktischen und subtropischen Regionen zulässt. Im Jahr 2021 wurde beispielsweise die extrem kalte Witterung im Februar durch einen Zufluss polarer Luft verursacht. Die Trockenheit und Hitze im Juni hingegen hatte ihren Ursprung in Zentralasien.

Solche Wetterlagen sind meist sehr stabil und prägen die lokale Witterung deshalb nachhaltig. In den vergangenen Jahren kam es häufiger zu solchen Konstellation auf der Nordhalbkugel. Als Ursache wird vermutetet, dass die durch den anthropogenen Klimawandel verringerten Temperaturunterschiede zwischen der Arktis und den angrenzenden gemäßigten Regionen die Westwinddrift abschwächen. In der Folge wird diese durch andere Drucksysteme abgelenkt oder kommt ganz zum erliegen. Es ist also durchaus damit zu rechnen, dass solche Großwetterlagen in Zukunft häufiger auftreten.

In der zweiten Junihälfte drehte der Wind auf westliche Richtungen und brachte Niederschläge. Diese Wetterlagen sind allerdings vergleichsweise instabil. Deutlich wird dies bei der Betrachtung der Herkunft des Regens. Kamen zunächst die Luftmassen hauptsächlich aus dem Nordatlantik und über die Nordsee nach Mitteleuropa, drehte die Hauptwindrichtung immer weiter auf südwestliche Strömungen. Im Osten Deutschlands konnte dabei auch immer wieder kurzzeitig das Hochdruckgebiet, welches immer noch über Westrussland lag, seinen Einfluss zeigen.

Besonders anzumerken ist dass die Niederschläge in Deutschland lokal sehr unterschiedlich ausfielen und häufig als Starkregenereignisse niedergingen. Diese führten lokal zu Überschwemmungen und sind auch für die Böden und die Vegetation nur teilweise von Nutzen, weil die großen Regenmengen kaum aufgenommen und gespeichert werden können. Insbesondere die trockenen Böden sind nicht dazu in der Lage effektiv größere Regenmengen zu absorbieren.

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