Dauer von sommerlichen Trockenperioden im östlichen Deutschland zwischen 1961 und 2020

Trockene Witterungen treten durch den voranschreitenden anthropogen verursachten Klimawandel immer häufiger in Mitteleuropa auf. Die Definition von Trockenphasen oder -perioden ist dabei komplizierter als es auf den ersten Blick scheint. Ein kurzer Niederschlag könnte als Ende bzw. Beginn einer trockenen Phase definiert werden. Auf die Vegetation und den Wasserhaushalt hat ein kurzer geringer Niederschlag aber beispielsweise kaum Effekte. Dafür sind intensivere, vor allem längere, Niederschläge notwendig. Deswegen ist es bei der Analyse von Daten zu trockenen Phasen im Wettergeschehen notwendig zu definieren, was genau betrachtet wurde.

In dieser einfachen Untersuchung wird die Dauer der längsten Trockenperioden im östlichen Deutschland zwischen dem 1. Juni und dem 31. August analysiert. Als Basis dienen Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes mit einer Auflösung von einem Quadratkilometer. Eine Trockenperiode beginnt nach dem letzten registrierten Niederschlag und endet mit einem erneuten Niederschlag. Dabei ist es unerheblich, ob die aufsummierten Niederschläge an einem Tag 0,1mm oder den Maximalwert im Betrachtungsgebiet von 128,2mm pro Tag erreichen. Der Betrachtungszeitraum reicht bis in das Jahr 1961 zurück. Durch die Limitierung auf die Sommermonate sind keine verlässlichen Aussagen über Trockenperioden möglich, die vor dem 1. Juni begonnen haben bzw. nach dem 31. August endeten.

Gemittelte Dauer der längsten sommerlichen Trockenperioden im östliche Deutschland zwischen 1961 und 2021.
Hinweis: Lokal erhöhte Werte können aus Interpolationsartefakten der Rohdaten resultieren.

Die Dauer der längsten Trockenperioden in einem Sommer hängen direkt von den vorherrschenden Wetterlagen ab. So ist es möglich, dass in einer kleinen Region über 40 Tage keinerlei Niederschläge hintereinander detektiert wurden und nur wenige Kilometer entfernt deutlich häufiger mindestens ein kurzer Regen niederging. Das lässt die Dauer von Trockenphasen sehr variabel erscheinen.

Auf das Jahr gemittelt sind in dem betrachteten Zeitraum allerdings deutliche Trends zu erkennen. So sind die längsten durchschnittlichen Trockenperiode in den Staulagen der Mittelgebirge mit weniger als 8 Tagen deutlich kürzer als in Gegenden nördlich dieser Gebiete. Dort liegt die Länge der durchschnittlichen maximalen Trockenperioden bei bis zu 14 Tagen.

Die durchschnittliche Dauer von sommerlichen Trockenphasen auf Jahrzehnte gemittelt.
Hinweis: Lokal erhöhte Werte können aus Interpolationsartefakten der Rohdaten resultieren.

Auf die Jahrzehnte gemittelt lassen sich auch Veränderungen im Betrachtungszeitraum erkennen. Zunächst gibt es auch hier einen eindeutigen Trend von kurzen maximalen Trockenperioden im Gebiet der Mittelgebirgen, während das nordöstliche Deutschland zu längeren Phasen trockener Witterung neigt. Besonders ausgeprägt war dies in den 1980er und 1990er Jahren. Die deutlich längeren Trockenphasen zwischen 1981 und dem Jahr 2000 lassen sich vermehrt auf stabile Hochdruckwetterlagen zurückführen. Seit Beginn der 2000er Jahre hat sich der Trend zu längeren Trockenperioden nur in kleineren Gebieten fortgesetzt. Grund sind vermutlich häufiger auftretende Starkregenereignisse, die eine Trockenphase unterbrechen.

Da die Menge solcher Niederschläge stark schwankt, führen sie aber nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung der hydrologischen Situation. Sinkende Grundwasserstände und Indikatoren für Trockenstress in lokalen Vegetationsgemeinschaften sind weitere Hinweise gegen eine Verbesserung der Niederschlagsbilanz in den vergangenen zwei Jahrzehnten, wobei grundwasserwirksame Niederschläge im betrachteten Gebiet tendenziell eher in den Wintermonaten auftreten.

 

 

Standard-Boxplot-Übersicht zur Entwicklung der durchschnittlichen maximalen Trockentage nach Bundesländern.

Wie in den Abbildungen erkennbar, treten in den meisten ostdeutschen Bundesländern statistische Ausreisser überwiegend oberhalb des oberen “Whiskers” auf. Das heißt, es gibt Regionen, die deutlich längere sommerliche Trockenphasen aufweisen, als der Rest des jeweiligen Bundeslandes. Die Ausnahme bildet hier Sachsen-Anhalt in den 2010er Jahren. Hier sind mehr Ausreisser unterhalb des unteren “Whiskers” zu finden, wobei ein Einfluss des Harzes vermutet wird.

Für nähere oder regionalspezifische Analysen z.B. zu Trockenphasen, auch zu anderen Jahreszeiten, können Sie sich gerne an uns wenden.

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