Sommerende 2020 = neue und aktuelle 30 jährige meteorologische Zeitreihe für die Vegetationssaison

Mit dem Ende des meteorologischen Sommers 2020 endet auch die aktuelle meteorologische Zeitreihe 1991-2020 für den Sommer.
Damit sind nun auch langfristige Zeitreihen wichtiger landwirtschaftlicher, gartenbaulicher und forstwirtschaftlicher Klimadaten vorhanden.
Der Fachverband Bewässerungslandbau Mitteldeutschland e.V. hat die aktuellen Daten des DWDs für die ostdeutschen Bundesländer ausgewertet.

Niederschlag – März bis August

Wie aus den Daten des DWDs ersichtlich wird, hat sich der mittlere Niederschlag der Vegetationssaison März bis August in den ostdeutschen Bundesländern in der aktuellen Periode 1991-2020 gegenüber den vorherigen Perioden kaum verändert.

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Wie in der statistischen Auswertung der saisonalen Niederschläge sichtbar wird, gab es in den einzelnen Bundesländern innerhalb des Zeitraums doch erhebliche Unterschiede.

Insbesondere fallen hier auch die letzten 3 Jahre auf;- drei unterdurchschnittliche Vegetationsaisons in Folge.

 


Klimatische Wasserbilanz – März bis August

Im Vergleich zum mittleren saisonalen Niederschlag gibt es in der aktuellen Periode bei der saisonalen klimatischen Wasserbilanz (KWB) doch erhebliche Veränderungen.

klimatische Wasserbilanz = Niederschlag – potentielle Evapotranspiration (PET)

Hinweis: Für die Periode 1981-2010 existieren beim DWD keine Daten für die Erstellung der mittleren klimatischen Wasserbilanz.

Wie die Zahlen verdeutlichen, hat sich zwischen der Periode 1961-1990 und 1991-2020 der Wasserstress für die Vegetation und damit auch für die Forst- und Landwirtschaft sowie den Gartenbau in allen ostdeutschen Bundesländern massiv verstärkt, trotz ähnlich hoher mittlerer saisonaler Niederschläge.

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Potentielle Evapotranspiration – März bis August

Neben dem Niederschlag hat die potentielle Evapotranspiration (PET) Einfluss auf die klimatische Wasserbilanz (KWB). Die PET und damit auch die KWB sind für die Beurteilung von Wasserstress für die Vegetation geeigneter als die alleinige Betrachtung des Niederschlages. Für die PET sind unter anderem Tagestemperaturen relevant. Siehe hierzu auch die Ausführungen des DWDs.

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In allen 5 ostdeutschen Bundesländern wiesen die letzten 3 Vegetationsaisons die höchsten potentiellen Verdunstungswerte der aktuellen Periode auf und erklären damit die langanhaltende Dürresituationen zu großen Teilen.


Lufttemperatur – Frühjahr und Sommer

Wie aus den Daten des DWDs ersichtlich wird, ist seit der Periode 1961-1990 bis zur aktuellen Periode 1991-2020 eine Zunahme der saisonalen Durchschnittstemperaturen zu verzeichnen; im Mittel um ca. 1,2°C.

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Die mittleren Temperaturen des Frühjahrs 2020 entsprachen weitestgehend dem langjährigen Mittelwert der neuen Referenzperiode 1991-2020. Der wärmste Frühling war in allen Bundesländern im Jahr 2007 zu verzeichnen, nicht nur in der aktuellen Periode, sondern auch seit Beginn der Zeitreihe des DWDs im Jahr 1881.

 

Die mittleren Sommertemperaturen der Jahre 2018 und 2019 waren in den meisten Bundesländern die höchsten in der aktuellen Referenzperiode des jeweiligen Bundeslandes. Auch seit Beginn der Zeitreihe des DWDs sind diese beiden Jahre die Sommer mit den höchsten Sommertemperaturen.


Ausblick

Vorliegende Daten und Auswertungen übersetzen die Dramatik der letzten Jahre in nüchterne Zahlen. Leider kommen dabei die extremen Folgen für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, den Gartenbau aber auch für den Mensch selbst und seine gesamte natürliche Umwelt nicht zum Ausdruck.

Die letzten Jahre aber auch die in Zahlen überführten klimatologischen Entwicklungen der letzten 6 Jahrzehnte verdeutlichen einen dringenden Handlungsbedarf, um es in Zukunft nicht noch trockener und heißer werden zu lassen.

Die sichere Versorgung mit Wasser muß dabei ein Baustein der Anpassung an den Klimawandel sein. Der FBM e.V. setzt sich hierfür gerade für die landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe auf unterschiedliche Art und Weise ein.

Jeder Mensch muß sich aber auch selbst fragen, was er persönlich tun kann, um zukünftige Folgen abzumildern.

everyday for future!

 

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