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Der FBM wurde mit der Zielstellung gegründet, den bewässernden
landwirtschaftlichen, gartenbaulichen sowie den Obst anbauenden
Unternehmen, Hilfe und Unterstützung bei der Entwicklung des
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Neuigkeiten aus unserem Blog
7. September 2022AllgemeinFrühjahr und Sommer 2022 waren in Europa wiedereinmal extrem trocken: Waldbrände, niedrige Flußpegel, Wassernotstände, Kraftwerksabschaltungen und natürlich Ernteeinbußen sind die beobachtbaren Folgen. Die Dürre 2022 hat mittlerweile sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag erhalten.   Durch die Auswertung der DWD-Daten durch den FBM e.V. lässt sich die bisherige Dürresaison für Ostdeutschland in Zahlen fassen.   Nach einem außergewöhnlich trockenen Frühjahr in Ostdeutschland folgte eine ebenso warmer und trockener Sommer. Die sommerlichen Durchschnittstemperaturen lagen 2022 in den ostdeutschen Bundesländern nur unwesentlich niedriger als die der bisherigen extremen Sommer 2018 und 2019. Die sommerlichen Niederschläge lagen in Ihrem Niveau verallgemeinert zwischen den Werten der Sommer 2018 und 2019. Es wurden in den ostdeutschen Bundesländern nur etwa 60% des langjährigen Mittels verzeichnet. In Thüringen sogar nur 45%. Im Gegensatz zum Frühjahr 2022 wurden allerdings keine neuen Negativrekorde in den DWD Aufzeichnungen eingestellt. In der klimatischen Wasserbilanz ist die landwirtschaftlich und gartenbaulich relevante Saison  (März bis August) für das Jahr 2022 erschreckend. Das Frühjahr 2022 wies in den ostdeutschen Bundesländern ein stärkeres pflanzenbauliches Defizit auf als die Jahre 2018 oder 2019. Der Sommer 2022 lag in seiner pflanzenbaulichen Trockenheit zwischen den bisherigen Extremsommern 2018 und 2019. In Sachsen und Brandenburg war es “feuchter” als 2018 oder 2019, in Thüringen trockener als 2018. Die gesamte Saison 2022 setzt den bisherigen Trend einer zunehmenden Versteppung in den Sommermonaten fort, wie der Vergleich der Jahre 2018, 2019 und 2022 mit den langjährigen Mittelwerten der vorherigen klimatischen Perioden zeigt. In der Periode 1991-2020 waren 8 der 10 trockensten Jahre zwischen 2010 und 2020 (Daten vorhanden, falls gewünscht). Der FBM e.V. setzt sich dafür ein, dass die drohende Gefahr von “Wassernotständen”, die letztendlich nicht nur die Landwirtschaft und den Gartenbau, sondern auch die allgemeine Bevölkerung, Industrie und Gewerbe treffen werden, durch kluges, sinnvolles und vor allem zügiges Handeln abgewendet wird. Konzepte und technische Möglichkeiten existieren hierfür (seit langem). Wir haben allerdings seit mehreren Jahren den Eindruck, dass in Landes- und Bundesminsterien auf eine hydrologische Trendumkehr gehofft wird und sich die Probleme von selber lösen werden. Wir erwarten keine Trendumkehr. [...] Read more...
23. Juni 2022AllgemeinDas Frühjahr 2022 war rückblickend eines der trockensten Frühjahre im östlichen Deutschland. Niederschlag Für Brandenburg ist ein sogar ein Trockenheitsrekord zu verzeichnen: Noch nie war es seit Beginn der Wetterauszeichnung des DWDs so trocken wie in diesem Frühjahr. Mit insgesamt 61mm Niederschlag fiel nur etwa die Hälfte des langjährigen Mittels der letzten klimatischen Perioden. Aber auch in den anderen östlichen Bundesländern fiel nur etwa die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlages. Wie im Überblick der Saison für die einzelnen Tagesniederschläge in den östlichen Bundesländern ersichtlich wird, und bereits dargestellt, ist das extreme Niederschlagsdefizit hauptsächlich auf den extrem trockenen März zurückzuführen. Wie in den Wetterdaten des DWDs ersichtlich, gab es von den 92 Frühjahrstagen an über der Hälfte aller Tage überhaupt keine Niederschläge. Auch blieben Tagesniederschläge über 10mm die Ausnahme. Temperatur Die Temperaturen des Frühjahrs 2022 waren in allen östlichen Bundesländer ähnlich hoch wie das langjährige Mittel der letzten Periode 1991-2020. Klimatische Wasserbilanz Die extrem niedrigen Niederschläge führten im Frühjahr 2022 in allen östlichen Bundesländern zu klimatischen Wasserbilanzen, die deutlich negativer ausfielen, als das Mittel der letzten Periode 1991-2020. Es ergibt sich im konkreten Vergleich zur letzten Beobachtungsperiode ein klimatisches Wasserdefizit, welches mindestens doppelt so negativ ausfiel. In Thüringen sogar 5-mal so niedrig. Die klimatischen Wasserbilanzen des Frühjahrs 2022 waren sogar noch negativer, als das extreme Dürrejahr 2018. Wie in der grafischen Übersicht deutlich wird, waren weite Teile Ostdeutschlands von einer klimatischen Wasserbilanz von weniger als -150 mm betroffen. Die äußerst ungünstige Wetterlage des Frühjahrs 2022 wird bei den meisten unbewässerten Flächen zu Ertragseinbußen führen. [...] Read more...
4. April 2022AllgemeinDer Winter 2021/2022 brachte in den östlichen Bundesländern im Vergleich zum Mittel der aktuellen Periode 1991-2020 leicht überdurchschnittliche Niederschläge. Insbesondere waren hierfür die überdurchschnittlichen Niederschläge des Februars verantwortlich. So fielen z.B. in Mecklenburg-Vorpommern mit 230mm Niederschlag im Februar mehr als doppelt so viel Niederschlag wie im Mittel der Periode 1991-2020. In den übrigen Bundesländern lag das Regen-Plus im Februar im Mittel zwischen 30 und 70%. Insgesamt führten die Winterniederschläge zu einer guten Durchfeuchtung des durchwurzelbaren Horizontes zum Winterende hin. Leider hielt dieser positive Niederschlagstrend im März nicht an. Die langanhaltende Trockenheit des Märzes führte in allen östlichen Landesteilen der Bundesrepublik zu einer Austrocknung der Oberböden und einen denkbar ungünstigen Start in die Saison 2022, verursacht durch ein stabiles und festliegendes Hochdrucksystem über Mittel- und Osteuropa. Der März 2022 war nach aktuellen Auswertungen des DWD zudem der trockensten März in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 (!!!) Zur (bisherigen) Dauer von Frühjahrstrockenheiten in Ostdeutschland gibt ein älterer Artikel des FBM Auskunft. Nach der unüblichen Frühjahrstrockenheit im März beginnt der April 2022 mit einer Reihe von durchziehenden Sturmtiefs. So werden erst Mirella und dann Nazim zumindest in KW 14 für eine Wiederbefeuchtung des Oberbodens sorgen. [...] Read more...
11. Februar 2022AllgemeinNach der Analyse von sommerlichen Trockenperioden sollen in diesem Beitrag die trockenen Phasen im Frühjahr betrachtet werden. Für die Vegetation sind die Monate von März bis Mai besonders entscheidend, da zu dieser Zeit die initialen phänologischen Phasen stattfinden. Bei einjährigen Pflanzen beinhaltet dies die Keimung und die schnellen Wachstumsphasen. Mehrjährige Pflanzen treiben aus, erreichen die ersten Wachstumsphasen und bilden teilweise in dieser Zeit auch schon die Anlagen für Fruchtstände. Trockenphasen in dieser Zeit können deswegen massive Auswirkungen auf die Vegetation und die Erträge in der Landwirtschaft haben. Die Definition von Trockenphasen oder -perioden ist schwieriger, als es auf dem ersten Blick scheint. Ein kurzer Niederschlag könnte als Ende bzw. Beginn einer trockenen Phase definiert werden. Auf die Vegetation und den Wasserhaushalt hat ein kurzer geringer Niederschlag aber beispielsweise kaum Effekte. Dafür sind intensivere, vor allem längere, Niederschläge notwendig. Deswegen ist es bei der Analyse von Daten zu trockenen Phasen im Wettergeschehen notwendig zu definieren, was genau betrachtet wurde. In dieser einfachen Untersuchung wird die Dauer der längsten Trockenperioden im östlichen Deutschland zwischen dem 1. März und dem 31. Mai analysiert. Als Basis dienen Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes mit einer Auflösung von einem Quadratkilometer. Eine Trockenperiode beginnt nach dem letzten registrierten Niederschlag und endet mit einem erneuten Niederschlag. Dabei ist es unerheblich, ob die aufsummierten Niederschläge an einem Tag 0,1mm oder den Maximalwert im Betrachtungsgebiet von 112, 8mm pro Tag erreichen. Der Betrachtungszeitraum reicht bis in das Jahr 1961 zurück. Durch die Limitierung auf die Monate März, April und Mai sind keine verlässlichen Aussagen über Trockenperioden möglich, die vor dem 1. März begonnen haben bzw. nach dem 31. Mai endeten. Auch im Frühjahr hängen die Intensitäten von Trockenperioden von den vorherrschenden Wetterlagen ab. Sind die Monate von März bis Mai von wechselhaften feuchten Wetterlagen aus westlichen Richtungen bestimmt, ergeben sich selten Trockenphasen, die über eine Woche andauern. Wird der Frühling hingegen von einer oder mehreren Hochdruckwetterlagen geprägt, können Zeiträume ohne Niederschläge mehre Wochen andauern. Regional sind bereits Trockenphasen mit über 50 Tagen ohne Niederschlag registriert worden. Diese Zeiträume sind aktuell noch die große Ausnahme, treten aber in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit zunehmender Tendenz auf. Regional sind in den Staulagen der Mittelgebirge seltener längere Zeiten ohne Niederschläge als im Norddeutschen Tiefland zu beobachten. Allerdings sind diese Unterschiede nicht so stark ausgeprägt wie in den Sommermonaten. So ist lediglich im Erzgebirge und dem westlichen Harz eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit für längere Trockenphasen über den Betrachtungszeitraum zu erkennen. Diese Anomalien erzeugen einen leichten Nord-Süd-Gradienten. Die restlichen Gebiete haben mit durchschnittlichen Werten zwischen 11 und 16 Tagen ungefähr ähnlich hohe Werte. Auffällig ist das Fehlen des in der Analyse für die Sommermonate festgestellten West-Ost-Gradienten in den Werten. So ist eine längere Trockenphase im Frühjahr in Hannover, Magdeburg oder Cottbus etwa gleich wahrscheinlich in den vergangenen sechs Jahrzehnten gewesen. Über die Jahrzehnte gemittelt ergeben sich für das Frühjahr im östlichen Deutschland durchschnittliche Trockenphasen mit einer Länge von ungefähr 5 Tagen bis fast drei Wochen. In den 1960er Jahren sind deutliche Unterschiede in den längen der durchschnittlichen maximalen Trockenperioden auszumachen. So gab es lediglich in weiten Teilen des heutigen Brandenburgs und dem östlichen Mecklenburg-Vorpommern eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für längere Phasen ohne Niederschläge. Bereits im folgenden Jahrzehnt nimmt im Norddeutschen Tiefland die Wahrscheinlichkeit für längere Trockenperioden massiv zu. Dies ist bis in die 2010er anhaltend zu beobachten. Ab den 2000er Jahren ist auch eine deutliche Verlängerung der Trockenphasen im Thüringer Becken und dem nördlichen Sachsen zu beobachten. Für das gesamte Betrachtungsgebiet ist eine gemittelte Zunahme der maximalen Trockenphasen von durchschnittlich 9 Tagen auf 13 Tagen zwischen 1961 und 2021 zu verzeichnen. Für nähere oder regionalspezifische Analysen z.B. zu Trockenphasen, auch zu anderen Jahreszeiten, können Sie sich gerne an uns wenden. [...] Read more...
9. Dezember 2021AllgemeinDie folgenden Vergleiche der Wetterbedingungen im Jahr 2021 im Osten Deutschlands beziehen sich auf die letzte vollständige Klimareferenzperiode. Diese Periode begann am 1. Januar 1991 und endete am 31. Dezember 2020. Winter 2020/2021 Der Winter 2020/21 lag im Osten Deutschlands in Hinsicht auf Temperaturen und Niederschläge nahezu im Durchschnitt der vorangegangenen 30 Jahre. Allerdings begann der Winter sehr mild und feucht. Ab Ende Januar dominierte dann eine Kältewelle mit örtlichen Nachttemperaturen unter -20°C. Auslöser für diese mehrere Wochen andauernde Wetterlage war ein stark mäandrierender Jetstream auf der Nordhalbkugel. Ähnliche Wettersituationen werden vermutlich in den kommenden Jahrzehnten häufiger auftreten, da der anthropogen verursachte Klimawandel diese Wetterlagen begünstigt. Anschließend folgte noch eine weitere kurze milde Phase, während der auch in den neuen Bundesländern Tageshöchsttemperaturen von über +20°C gemessen werden könnten. Frühjahr 2021 Das Frühjahr 2021 begann etwas feuchter und kühler in den neuen Bundesländern. Die Durchschnittstemperaturen lagen in den ersten drei Monaten 1,5°C bis 1,8°C niedriger als im Referenzeitraum. Die aufsummierten Niederschlagsmengen lagen nur wenige Prozentpunkte höher als im langjährigen Durchschnitt, waren aber relativ unregelmäßig verteilt. Ein ausführlicherer Beitrag des FBM e.V. zu den Niederschlagsbilanzen in der ersten Jahreshälfte ist hier zu finden. Sommer 2021 Die Sommermonate waren in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt durchschnittlich ungefähr ein Grad wärmer, während in Sachsen und Thüringen nur 0,4°C über den Werten des Referenzzeitraums lagen. Grund dafür waren regnerische Wetterlage im Juli, die besonders im südlichen Ostdeutschland überdurchschnittlich viele Niederschläge zur Folge hatten und für überproportionale Abkühlungen der Tagestemperaturverläufe sorgten. So sind in Sachsen 32% mehr Niederschläge registriert worden als im langjährigen Durchschnitt. In Thüringen wurden sogar 42% mehr Niederschläge registriert. In den anderen Regionen im Osten Deutschlands fielen die aufsummierten Regenmengen weniger überdurchschnittlich aus. Hauptgrund dafür waren die fehlenden Stauwetterlagen der Mittelgebirge. Trotz der überdurchschnittlichen Niederschläge begann der Sommer im Juni mit einer ausgeprägten sehr warmen und nahezu niederschlagsfreien Wetterlage (Beitrags des FBM e.V.). Auch im August lagen die Niederschläge unter dem Durchschnitt währen die Temperaturen teilweise sehr hoch waren. Damit ist trotz der erhöhten Regenmengen der Sommer 2021 auch wieder ein Sommer mit einer negativen Wasserbilanz in nahezu allen Gebieten im Osten Deutschlands zu verzeichnen. Herbst 2021 Der Herbst zeigte bei den Temperaturen auch einen leichten Nord-Südgradienten. Im Norden und der Mitte Ostdeutschlands lagen die Temperaturen durchschnittlich ein Grad Celsius höher als im langjährigen Mittel. Im Bereich der Mittelgebirge hingegen entsprachen die Temperaturen ungefähr dem Durchschnitt. Die Niederschläge waren lediglich in Mecklenburg-Vorpommern leicht überdurchschnittlich. Im restlichen Ostdeutschland wurden deutlich geringere Regenmengen registriert. Überdurchschnittlich trocken waren Sachsen und Thüringen. Hier wurden sogar über 30% weniger Niederschläge gemessen als in der vorangegangenen Klimareferenzperiode. Als meteorologische Besonderheit bestimmte der Zyklon „Daniel“ den Übergang von November zum Dezember in Mitteleuropa.   Der Zyklon vom Shapiro-Keyser-Typ ist typisch für diese Jahreszeit. Neben einer zeitweiligen Sturmwetterlage während des Durchzugs, sorgte der Zyklon in Mitteleuropa auch für einen nachhaltigen Kälteeinbruch, der noch bis Mitte Dezember anhielt. Ursache hierfür ist eine besonders intensive Ausprägung der Rossby-Wellen des Jetstreams, die für extreme Temperaturgradienten in Europa sorgten. [...] Read more...
30. November 2021AllgemeinTrockene Witterungen treten durch den voranschreitenden anthropogen verursachten Klimawandel immer häufiger in Mitteleuropa auf. Die Definition von Trockenphasen oder -perioden ist dabei komplizierter als es auf den ersten Blick scheint. Ein kurzer Niederschlag könnte als Ende bzw. Beginn einer trockenen Phase definiert werden. Auf die Vegetation und den Wasserhaushalt hat ein kurzer geringer Niederschlag aber beispielsweise kaum Effekte. Dafür sind intensivere, vor allem längere, Niederschläge notwendig. Deswegen ist es bei der Analyse von Daten zu trockenen Phasen im Wettergeschehen notwendig zu definieren, was genau betrachtet wurde. In dieser einfachen Untersuchung wird die Dauer der längsten Trockenperioden im östlichen Deutschland zwischen dem 1. Juni und dem 31. August analysiert. Als Basis dienen Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes mit einer Auflösung von einem Quadratkilometer. Eine Trockenperiode beginnt nach dem letzten registrierten Niederschlag und endet mit einem erneuten Niederschlag. Dabei ist es unerheblich, ob die aufsummierten Niederschläge an einem Tag 0,1mm oder den Maximalwert im Betrachtungsgebiet von 128,2mm pro Tag erreichen. Der Betrachtungszeitraum reicht bis in das Jahr 1961 zurück. Durch die Limitierung auf die Sommermonate sind keine verlässlichen Aussagen über Trockenperioden möglich, die vor dem 1. Juni begonnen haben bzw. nach dem 31. August endeten. Die Dauer der längsten Trockenperioden in einem Sommer hängen direkt von den vorherrschenden Wetterlagen ab. So ist es möglich, dass in einer kleinen Region über 40 Tage keinerlei Niederschläge hintereinander detektiert wurden und nur wenige Kilometer entfernt deutlich häufiger mindestens ein kurzer Regen niederging. Das lässt die Dauer von Trockenphasen sehr variabel erscheinen. Auf das Jahr gemittelt sind in dem betrachteten Zeitraum allerdings deutliche Trends zu erkennen. So sind die längsten durchschnittlichen Trockenperiode in den Staulagen der Mittelgebirge mit weniger als 8 Tagen deutlich kürzer als in Gegenden nördlich dieser Gebiete. Dort liegt die Länge der durchschnittlichen maximalen Trockenperioden bei bis zu 14 Tagen. Auf die Jahrzehnte gemittelt lassen sich auch Veränderungen im Betrachtungszeitraum erkennen. Zunächst gibt es auch hier einen eindeutigen Trend von kurzen maximalen Trockenperioden im Gebiet der Mittelgebirgen, während das nordöstliche Deutschland zu längeren Phasen trockener Witterung neigt. Besonders ausgeprägt war dies in den 1980er und 1990er Jahren. Die deutlich längeren Trockenphasen zwischen 1981 und dem Jahr 2000 lassen sich vermehrt auf stabile Hochdruckwetterlagen zurückführen. Seit Beginn der 2000er Jahre hat sich der Trend zu längeren Trockenperioden nur in kleineren Gebieten fortgesetzt. Grund sind vermutlich häufiger auftretende Starkregenereignisse, die eine Trockenphase unterbrechen. Da die Menge solcher Niederschläge stark schwankt, führen sie aber nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung der hydrologischen Situation. Sinkende Grundwasserstände und Indikatoren für Trockenstress in lokalen Vegetationsgemeinschaften sind weitere Hinweise gegen eine Verbesserung der Niederschlagsbilanz in den vergangenen zwei Jahrzehnten, wobei grundwasserwirksame Niederschläge im betrachteten Gebiet tendenziell eher in den Wintermonaten auftreten.     Wie in den Abbildungen erkennbar, treten in den meisten ostdeutschen Bundesländern statistische Ausreisser überwiegend oberhalb des oberen “Whiskers” auf. Das heißt, es gibt Regionen, die deutlich längere sommerliche Trockenphasen aufweisen, als der Rest des jeweiligen Bundeslandes. Die Ausnahme bildet hier Sachsen-Anhalt in den 2010er Jahren. Hier sind mehr Ausreisser unterhalb des unteren “Whiskers” zu finden, wobei ein Einfluss des Harzes vermutet wird. Für nähere oder regionalspezifische Analysen z.B. zu Trockenphasen, auch zu anderen Jahreszeiten, können Sie sich gerne an uns wenden. [...] Read more...
5. Oktober 2021AllgemeinIn zahlreichen Medien finden sich regelmäßig Berichte über die Zunahme von extremen Wetterereignissen. Ein Beispiel dafür sind starke Niederschläge. Insbesondere in den Sommermonaten sollen diese auf Grund der gestiegenen Temperaturen zugenommen haben. Berichte dieser Art sind für einige Menschen schwer nachvollziehbar, insbesondere wenn die persönlichen Erfahrungen und Eindrücke nicht damit übereinstimmen. Im folgenden Artikel wird dargestellt wie sich starke Niederschlagsereignisse im Einzugsgebiet von Spree und Havel verändert haben. Die Basis sind Primärdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Betrachtungszeitraum von Juni bis August in den Jahren 1961 bis 2021. Die Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen sind möglichst gute Daten. Für die Niederschläge stellt der DWD die aufsummierten täglichen Niederschlagsmengen ab 1951 und die stündlichen aufsummierten Niederschlagsmengen seit 2006 in den heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung. Die Daten sind frei verfügbar und die Bereitstellung mit öffentlichen Geldern finanziert. Für diese Untersuchung wurden die täglichen Niederschlagsdaten verwendet, weil nur diese einen ausreichenden Zeitraum abdecken, um klimatische Veränderungen beurteilen zu können. Als Tage mit intensiven Niederschlägen wurden Daten mit mehr als 20mm definiert. Begrenzt wurde die Analyse auf das Einzugsgebiet von Spree und Havel. Als Grundlage dafür dienten die Effekt-Zonen der Europäischen Umweltagentur für die Einzugsgebiete Europäischer Gewässer. Im Detail handelte es sich dabei um die Zonen für den Haupteinzugsbereich der Spree, der Dahme und den Berliner Gewässern (“Berlin Waterbodies”). Das Einzugsbereich der Havel besteht aus dem Einzugsbereich von Rhin und Dosse, der unteren Havel mit Zuflüssen, dem Einzugsgebiet der Nuthe, den Potsdamer Gewässern (“Potsdam Waterbodies”), den Gewässern an den Oberläufen der Havel und den “East Havel Waterbodies” wozu beispielsweise die Templiner Gewässer gehören. Im Rahmen der Analyse für die vergangenen sechs Jahrzehnte fällt im Allgemeinen eine deutliche Häufung von Niederschlagstagen mit über 20mm im Süden des betrachteten Gebietes auf. Am dort befindlichen Oberlauf der Spree sorgen die Stauwetterlagen des Erzgebirges für häufigere Niederschläge. Auch im Bereich des Fläming und in den der odernahen Gebieten ist eine leichte Häufung zu erkennen. Dazu gibt auch eine statistisch erkennbare Korrelation von starken Tagesniederschlägen mit der Lage von großflächigen Seen. Ein Vergleich der Werte über die vergangenen Jahrzehnte zeigt bis in die 1980er Jahre keine gravierenden Änderungen. Die geringsten Werte im Einzugsgebiet sind sogar in den 1980er Jahren verzeichnet worden, während die vorangegangenen Jahrzehnte mehr Niederschlagsereignisse über 20mm pro Tag aufzeigen. Diese Werte weichen allerdings nicht sehr stark von einander ab und können auch zufällig sein. In den 1990er stiegen zunächst die Starkniederschläge im Bereich des Oberlaufs der Spree an. Seit Beginn der 2000er Jahre ist eine signifikante Zunahme im gesamten Einzugsgebiet deutlich erkennbar. Durchschnittlich hat sich die Wahrscheinlichkeit für Tagesniederschläge über 20mm in den 2010er Jahren um fast das doppelte gesteigert. Diese Zunahme ist nur noch zu einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit zufällig und lässt den Schluss einer deutlichen klimatischen Änderung zu, die sich u.a. in erhöhten erhöhten Durchschnittstemperaturen manifestiert. [...] Read more...
23. Juli 2021AllgemeinDie Witterungsverhältnisse im Sommer 2021 waren von Extremen geprägt. So gab es im Osten Deutschlands bis in die letzte Juniwoche gebietsweise fast keinen Niederschlag. Zunächst sah es so aus als würde sich eine Großwetterlage etablieren, bei der Mitteleuropa durch fehlende Niederschläge und hohe Temperaturen ein trockner Sommer bevorstehen würde. In einem früheren Beitrag haben wir diese Witterung bereits ausführlicher behandelt. In den Medien wurde auch noch in der letzten Juniwoche über extreme Trockenheit berichtet. Danach verlagerte sich der Fokus auf die nun witterungsprägenden Starkregenereignisse, die sogar so extrem in den letzten Tagen des Juni gewesen sind, dass die Niederschlagsbilanz für diesen Monat korrigiert werden musste. Eine erste nachträglich positive Bilanz konnten auch die Landwirte in ganz Deutschland ziehen. Die lange Trockenperiode im Juni belastete besonders in den neuen Bundesländern die Vegetation. Weil in den letzten Junitagen und Anfang Juli doch noch größere Niederschlagsmengen verzeichnet werden konnte, wurden insbesondere bei der Getreideernte größere dürrebedingte Verluste vermieden. Durch die teilweise ergiebigen Niederschläge hat sich auch das Grünland in vielen Regionen wieder so gut erholt, dass mindestens 1 weiterer Schnitt wieder realistisch erscheint und Weiden wieder Futter bereitstellen können. Im Juli folgten dann sehr extreme Wetterverhältnisse, insbesondere in den Westdeutschen Mittelgebirgen. Es begannen im Anschluss zahlreiche Diskussionen, ob diese starken Wechsel der Witterung Teil des anthropogen verursachten Klimawandels sind. Die Meinungen dazu gehen auch in seriösen Kreisen sehr weit auseinander, weil die Beweiskette von erhöhten globalen Treibhausgaswerten zu lokalen und regionalen Wetterextremen sehr komplex ist. Auch müssen für bedeutende Klimawechsel relativ lange Zeiträume betrachtet werden. Laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sind dafür mindesten 30 Jahre ins Verhältnis zu setzen. Um möglichst objektiv Änderungen beim lokalen und regionalen Klima festzustellen sind Messungen von Umweltbedingungen hilfreich, die nur bedingt durch kurzfristige Witterungen beeinflusst werden. Ein Beispiel dafür ist die Bodenfeuchte. Während die oberen Bodenschichten sehr schnell ihre Eigenschaften durch Niederschläge ändern, zeigen sich in tieferen Schichten zunehmend nur längerfristigere Änderungen in den Bilanzen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) stellt seit kurzem ein neues Produkt zur Verfügung, bei dem jeder lokal die Bodenfeuchteverhältnisse in Deutschland rückwirkend für ein Jahr verfolgen kann. Wir haben nachfolgend drei Tiefen für den Osten Deutschland exemplarisch dargestellt. Gut zu erkennen sind dabei die schnellen witterungsbedingten Änderungen in oberflächennahen Schichten und die bereits seit Jahren relativ trockenen Bilanzen für tiefere Bodenschichten. Es wird aber auch deutlich, dass ab Ende Mai in weiten Teilen Ostdeutschlands tiefere Bodenschichten für Wintergetreide nicht mehr genug Wasser bereitstellen konnten und sich hier vor allem in Sachsen-Anhalt und Brandenburg extremer Trockenstress sukzessive etablierte. [...] Read more...
30. Juni 2021AllgemeinIm Osten Deutschlands war die erste Hälfte des Juni geprägt von einer stabilen Hochdruckwetterlage. Dabei brachte ein stabiler Ausläufer eines Hochs über Westrussland trockene und warme Luftmassen nach Mitteleuropa. In Kombination mit den Sonnenhöchstständen kam es deshalb lokal zu Temperaturen von über 35°C und die Luftfeuchtigkeit sank zeitweise unter 20%. Die Folge waren eine extreme Trockenheit und sinkende Pegel in den Gewässern. Grund für diese Wetterlage waren die seit Jahresbeginn stark ausgeprägt Rosbywellen auf der Nordhalbkugel. Dabei handelt es sich um eine mäandernde Westwinddrift, die eine stabile Verlagerung von Luftmassen aus arktischen und subtropischen Regionen zulässt. Im Jahr 2021 wurde beispielsweise die extrem kalte Witterung im Februar durch einen Zufluss polarer Luft verursacht. Die Trockenheit und Hitze im Juni hingegen hatte ihren Ursprung in Zentralasien. Solche Wetterlagen sind meist sehr stabil und prägen die lokale Witterung deshalb nachhaltig. In den vergangenen Jahren kam es häufiger zu solchen Konstellation auf der Nordhalbkugel. Als Ursache wird vermutetet, dass die durch den anthropogenen Klimawandel verringerten Temperaturunterschiede zwischen der Arktis und den angrenzenden gemäßigten Regionen die Westwinddrift abschwächen. In der Folge wird diese durch andere Drucksysteme abgelenkt oder kommt ganz zum erliegen. Es ist also durchaus damit zu rechnen, dass solche Großwetterlagen in Zukunft häufiger auftreten. In der zweiten Junihälfte drehte der Wind auf westliche Richtungen und brachte Niederschläge. Diese Wetterlagen sind allerdings vergleichsweise instabil. Deutlich wird dies bei der Betrachtung der Herkunft des Regens. Kamen zunächst die Luftmassen hauptsächlich aus dem Nordatlantik und über die Nordsee nach Mitteleuropa, drehte die Hauptwindrichtung immer weiter auf südwestliche Strömungen. Im Osten Deutschlands konnte dabei auch immer wieder kurzzeitig das Hochdruckgebiet, welches immer noch über Westrussland lag, seinen Einfluss zeigen. Besonders anzumerken ist dass die Niederschläge in Deutschland lokal sehr unterschiedlich ausfielen und häufig als Starkregenereignisse niedergingen. Diese führten lokal zu Überschwemmungen und sind auch für die Böden und die Vegetation nur teilweise von Nutzen, weil die großen Regenmengen kaum aufgenommen und gespeichert werden können. Insbesondere die trockenen Böden sind nicht dazu in der Lage effektiv größere Regenmengen zu absorbieren. [...] Read more...
30. Juni 2021AllgemeinDer betrachtete Referenzzeitraum für den folgenden Beitrag liegt zwischen 1960 und 2020. Die Bilanz aller Niederschläge in der ersten Jahreshälfte lag zunächst über dem langjährigen Mittel. Im Januar dominierten Wetterlagen, bei denen viel Feuchtigkeit aus Nordwesten nach Mitteleuropa transportiert wurde. Die feuchten Luftmassen regneten vermehrt nördlich der Mittelgebirge und an der Ostseeküste ab. Die geringsten Niederschläge wurden im Berliner Raum gemessen. Der Februar war dominiert von einer der intensivsten Frostperioden der vergangenen Jahre. In der Fläche waren die Niederschläge, die meist als Schnee den Boden erreichten, leicht über den Durchschnitt. Lokal fielen die Bilanzen aber sehr unterschiedlich aus. So hatte die Station Magdeburg mit 54,3mm mehr als doppelt so große Niederschlagsmengen, wie in einem durchschnittlichen Februar. In Berlin-Schönefeld wurden hingegen nur 75% (27,6mm) im Vergleich zum langjährigen Schnitt gemessen. Auch im Vorland der Mittelgebirge erreichten die meisten Stationen nahezu die doppelte Niederschlagsbilanz. Am Kap Arkona wurden vergleichbare Werte gemessen. Die restlichen Gebiete erreichten meist nur sehr knapp durchschnittliche Bilanzen oder lagen leicht unter dem Durchschnitt. Im März kam es zur ersten Trockenphase im Jahr 2021. Besonders in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fielen an den meisten Wetterstationen weniger als zwei Drittel der durchschnittlichen Niederschläge. Lediglich an der Ostseeküste lagen die Niederschlagsmengen teilweise über dem langjährigen Durchschnitt. Der April bescherte den neuen Bundesländern in der Fläche weiter leicht unterdurchschnittliche Regenmengen. An der Ostseeküste entsprachen die Niederschlagswerte ungefähr dem langjährigen Mittel, während in den anderen Regionen teilweise nur drei Viertel der Durchschnittswerte für diesen Monat gemessen wurden. Die Regenmengen im Mai waren an den Ostdeutschen Stationen nahezu überall deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. An der Station in Leipzig war mit 92,4mm die Niederschlagsbilanz sogar fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Der Juni war geprägt von einer sehr trockenen und heißen Periode. Die Temperaturen stiegen an einigen Stationen über 35°C und die Niederschlagsbilanzen lagen trotz starker Niederschläge in der zweiten Monatshälfte in Berlin und Brandenburg teilweise unter 10% des Langjährigen Mittel. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Teilen Sachsens sind meist weniger als ein Drittel der durchschnittlichen Regenmengen verzeichnet worden. Lediglich in den Staulagen der Mittelgebirge und im Magdeburger Raum konnten durch Starkregenereignisse Werte um das langjährige Mittel erreicht werden. In den letzten beiden Tagen des Junis häuften sich lokale Starkniederschläge, die aber das Niederschlagsdefizit der vorangehenden Wochen nicht ausgleichen konnten. In der Gesamtbilanz konnten durch überdurchschnittliche Niederschläge in den Wintermonaten die vorhanden Niederschlagspuffer aufgefüllt werden. Die unterdurchschnittlichen Regenmengen im März und April setzten die Vegetation in den frühen Vegetationsphasen des Jahres sehr unter Druck. Starke und längere Niederschlagsphasen im Mai konnten diese Differenzen ausgleichen. Im Juni begann mit den deutlich höheren Temperaturen und einer ausgeprägten Trockenphase für die Vegetation eine Stressphase. Da die Niederschläge im Juni fast ausschließlich als Starkregenereignisse niedergingen konnten Vegetation und Böden nur teilweise davon profitieren. [...] Read more...
1. November 2020AllgemeinMit dem Ende des meteorologischen Sommers 2020 endet auch die aktuelle meteorologische Zeitreihe 1991-2020 für den Sommer. Damit sind nun auch langfristige Zeitreihen wichtiger landwirtschaftlicher, gartenbaulicher und forstwirtschaftlicher Klimadaten vorhanden. Der Fachverband Bewässerungslandbau Mitteldeutschland e.V. hat die aktuellen Daten des DWDs für die ostdeutschen Bundesländer ausgewertet.   Niederschlag – März bis August Wie aus den Daten des DWDs ersichtlich wird, hat sich der mittlere Niederschlag der Vegetationssaison März bis August in den ostdeutschen Bundesländern in der aktuellen Periode 1991-2020 gegenüber den vorherigen Perioden kaum verändert. [table id=13 /]   Wie in der statistischen Auswertung der saisonalen Niederschläge sichtbar wird, gab es in den einzelnen Bundesländern innerhalb des Zeitraums doch erhebliche Unterschiede. Insbesondere fallen hier auch die letzten 3 Jahre auf;- drei unterdurchschnittliche Vegetationsaisons in Folge.   Klimatische Wasserbilanz – März bis August Im Vergleich zum mittleren saisonalen Niederschlag gibt es in der aktuellen Periode bei der saisonalen klimatischen Wasserbilanz (KWB) doch erhebliche Veränderungen. klimatische Wasserbilanz = Niederschlag – potentielle Evapotranspiration (PET) Hinweis: Für die Periode 1981-2010 existieren beim DWD keine Daten für die Erstellung der mittleren klimatischen Wasserbilanz. Wie die Zahlen verdeutlichen, hat sich zwischen der Periode 1961-1990 und 1991-2020 der Wasserstress für die Vegetation und damit auch für die Forst- und Landwirtschaft sowie den Gartenbau in allen ostdeutschen Bundesländern massiv verstärkt, trotz ähnlich hoher mittlerer saisonaler Niederschläge. [table id=14 /]   Potentielle Evapotranspiration – März bis August Neben dem Niederschlag hat die potentielle Evapotranspiration (PET) Einfluss auf die klimatische Wasserbilanz (KWB). Die PET und damit auch die KWB sind für die Beurteilung von Wasserstress für die Vegetation geeigneter als die alleinige Betrachtung des Niederschlages. Für die PET sind unter anderem Tagestemperaturen relevant. Siehe hierzu auch die Ausführungen des DWDs. [table id=15 /]   In allen 5 ostdeutschen Bundesländern wiesen die letzten 3 Vegetationsaisons die höchsten potentiellen Verdunstungswerte der aktuellen Periode auf und erklären damit die langanhaltende Dürresituationen zu großen Teilen.   Lufttemperatur – Frühjahr und Sommer Wie aus den Daten des DWDs ersichtlich wird, ist seit der Periode 1961-1990 bis zur aktuellen Periode 1991-2020 eine Zunahme der saisonalen Durchschnittstemperaturen zu verzeichnen; im Mittel um ca. 1,2°C. [table id=17 /] Die mittleren Temperaturen des Frühjahrs 2020 entsprachen weitestgehend dem langjährigen Mittelwert der neuen Referenzperiode 1991-2020. Der wärmste Frühling war in allen Bundesländern im Jahr 2007 zu verzeichnen, nicht nur in der aktuellen Periode, sondern auch seit Beginn der Zeitreihe des DWDs im Jahr 1881. Die mittleren Sommertemperaturen der Jahre 2018 und 2019 waren in den meisten Bundesländern die höchsten in der aktuellen Referenzperiode des jeweiligen Bundeslandes. Auch seit Beginn der Zeitreihe des DWDs sind diese beiden Jahre die Sommer mit den höchsten Sommertemperaturen.   Ausblick Vorliegende Daten und Auswertungen übersetzen die Dramatik der letzten Jahre in nüchterne Zahlen. Leider kommen dabei die extremen Folgen für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, den Gartenbau aber auch für den Mensch selbst und seine gesamte natürliche Umwelt nicht zum Ausdruck. Die letzten Jahre aber auch die in Zahlen überführten klimatologischen Entwicklungen der letzten 6 Jahrzehnte verdeutlichen einen dringenden Handlungsbedarf, um es in Zukunft nicht noch trockener und heißer werden zu lassen. Die sichere Versorgung mit Wasser muß dabei ein Baustein der Anpassung an den Klimawandel sein. Der FBM e.V. setzt sich hierfür gerade für die landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe auf unterschiedliche Art und Weise ein. Jeder Mensch muß sich aber auch selbst fragen, was er persönlich tun kann, um zukünftige Folgen abzumildern. everyday for future! [...] Read more...
3. September 2020AllgemeinMit dem Ende des meteorologischen Sommers 2020 endet auch die aktuelle meteorologische Zeitreihe 1991-2020 für den Sommer. Damit sind nun auch langfristige Zeitreihen wichtiger landwirtschaftlicher, gartenbaulicher und forstwirtschaftlicher Klimadaten vorhanden. Der Fachverband Bewässerungslandbau Mitteldeutschland e.V. hat die aktuellen Daten des DWDs für die ostdeutschen Bundesländer ausgewertet. Niederschlag – März bis August Wie aus den Daten des DWDs ersichtlich wird, hat sich der mittlere Niederschlag der Vegetationssaison März bis August in den ostdeutschen Bundesländern in der aktuellen Periode 1991-2020 gegenüber den vorherigen Perioden kaum verändert. Wie in der statistischen Auswertung der saisonalen Niederschläge sichtbar wird, gab es in den einzelnen Bundesländern innerhalb des Zeitraums doch erhebliche Unterschiede. Insbesondere fallen hier auch die letzten 3 Jahre auf;- drei unterdurchschnittliche Vegetationsaisons in Folge.   Klimatische Wasserbilanz – März bis August Im Vergleich zum mittleren saisonalen Niederschlag gibt es in der aktuellen Periode bei der saisonalen klimatischen Wasserbilanz (KWB) doch erhebliche Veränderungen. klimatische Wasserbilanz = Niederschlag – potentielle Evapotranspiration (PET) Hinweis: Für die Periode 1981-2010 existieren beim DWD keine Daten für die Erstellung der mittleren klimatischen Wasserbilanz. Wie die Zahlen verdeutlichen, hat sich zwischen der Periode 1961-1990 und 1991-2020 der Wasserstress für die Vegetation und damit auch für die Forst- und Landwirtschaft sowie den Gartenbau in allen ostdeutschen Bundesländern massiv verstärkt, trotz ähnlich hoher mittlerer saisonaler Niederschläge. Potentielle Evapotranspiration – März bis August Neben dem Niederschlag hat die potentielle Evapotranspiration (PET) Einfluss auf die klimatische Wasserbilanz (KWB). Die PET und damit auch die KWB sind für die Beurteilung von Wasserstress für die Vegetation geeigneter als die alleinige Betrachtung des Niederschlages. Für die PET sind unter anderem Tagestemperaturen relevant. Siehe hierzu auch die Ausführungen des DWDs. In allen 5 ostdeutschen Bundesländern wiesen die letzten 3 Vegetationsaisons die höchsten potentiellen Verdunstungswerte der aktuellen Periode auf und erklären damit die langanhaltende Dürresituationen zu großen Teilen. Lufttemperatur – Frühjahr und Sommer Wie aus den Daten des DWDs ersichtlich wird, ist seit der Periode 1961-1990 bis zur aktuellen Periode 1991-2020 eine Zunahme der saisonalen Durchschnittstemperaturen zu verzeichnen; im Mittel um ca. 1,2°C. Die mittleren Temperaturen des Frühjahrs 2020 entsprachen weitestgehend dem langjährigen Mittelwert der neuen Referenzperiode 1991-2020. Der wärmste Frühling war in allen Bundesländern im Jahr 2007 zu verzeichnen, nicht nur in der aktuellen Periode, sondern auch seit Beginn der Zeitreihe des DWDs im Jahr 1881.   Die mittleren Sommertemperaturen der Jahre 2018 und 2019 waren in den meisten Bundesländern die höchsten in der aktuellen Referenzperiode des jeweiligen Bundeslandes. Auch seit Beginn der Zeitreihe des DWDs sind diese beiden Jahre die Sommer mit den höchsten Sommertemperaturen. Ausblick Vorliegende Daten und Auswertungen übersetzen die Dramatik der letzten Jahre in nüchterne Zahlen. Leider kommen dabei die extremen Folgen für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, den Gartenbau aber auch für den Mensch selbst und seine gesamte natürliche Umwelt nicht zum Ausdruck. Die letzten Jahre aber auch die in Zahlen überführten klimatologischen Entwicklungen der letzten 6 Jahrzehnte verdeutlichen einen dringenden Handlungsbedarf, um es in Zukunft nicht noch trockener und heißer werden zu lassen. Die sichere Versorgung mit Wasser muß dabei ein Baustein der Anpassung an den Klimawandel sein. Der FBM e.V. setzt sich hierfür gerade für die landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe auf unterschiedliche Art und Weise ein. Jeder Mensch muß sich aber auch selbst fragen, was er persönlich tun kann, um zukünftige Folgen abzumildern. everyday for future!   [...] Read more...
17. Mai 2020Allgemein„Felder und Wege sind staubtrocken, die Regentonnen leer, wässern im Garten ist unerlässlich, die Waldbrandgefahr hoch: In den meisten Gegenden Deutschlands hat es seit Wochen kaum einen Tropfen geregnet. Es gibt nur Sonne, Sonne, Sonne. Die Lage ist im wahrsten Sinne des Wortes brenzlig.“ Was sich liest wie ein Bericht aus Ende Mai 2017 oder 2018 ist der aktuelle Bericht der agrarklimatologischen Situation des UFZ und des DWD auf wetter.de vom 15. April 2020. Wie der FBM e.V. im letzten Beitrag angekündigt hatte, wurde der März viel zu trocken. Auch der April wird keine nennenswerten Niederschlöge mehr bringen. Schon jetzt sind die Bodenwasservorräte im Oberboden in vielen Teilen Deutschlands gänzlich erschöpft, so zum Beipiel im Thüringer Becken, welches am Ende Februar leider über die niedrigsten Bodenfeuchten Deutschlands klagen mußte. Wie die Simulationen des UFZ (rechte beide Bilder) und des DWD zeigen, ist aber auch der Boden außerhalb der Talniederungenbis in 60cm Tiefe ganzflächig deutlich trockener geworden, bedingt v.a. durch zu geringe Niederschläge. Folge dessen sind wieder deutlich zunehmende Dürrezustände außerhalb der Talniederungen (zweites Bild von rechts). Aktuell sind für Anfang bis Mitte Mai die Bodenwassersituation leicht entspannende Niederschläge angekündigt, die für das Auflaufen der Sommerungen notwendig werden. Allerdings wird auch der Mai insgesamt vermutlich keine überdurchschnittlichen Niederschläge bringen. Auch werden wieder vermutlich bis in den Sommer längere Phasen mit ausgedehnten und stabilen Hochdruckbrücken für längere trockene Phasen sorgen. Wer sich auf einen deutlich zu trockenes Frühjahr und Sommer einstellen kann, sollte das tun. Spätestens jetzt sollten alle Beregnungssystem auf ihre Funktionstüchtigkiet überprüft werden.   Zu Fragen der Bewässerung steht Ihnen der FBM e.V. natürlich immer zur Verfügung. Neueste Beiträge Rückblick Saison 2022 – Analyse der Dürresituation in den ostdeutschen Bundesländern Rückblick Frühjahr 2022 – neuer trockener Negativrekord trockener Start in die Saison – Rückblick Winter 2021/22 und März 2022 Dauer von Trockenperioden im Frühjahr im östlichen Deutschland zwischen 1961 und 2020 Rückblick auf die Wetterlagen im Osten Deutschlands 2021 Neueste KommentareArchive September 2022 Juni 2022 April 2022 Februar 2022 Dezember 2021 November 2021 Oktober 2021 Juli 2021 Juni 2021 April 2021 November 2020 September 2020 Mai 2020 April 2020 März 2020 Oktober 2019 Juli 2019 Juni 2019 März 2019 Oktober 2018 September 2018 August 2018 Juli 2018 Juni 2018 Juli 2017 Juli 2016 Kategorien Allgemein [...] Read more...
17. April 2020Allgemein“Felder und Wege sind staubtrocken, die Regentonnen leer, wässern im Garten ist unerlässlich, die Waldbrandgefahr hoch: In den meisten Gegenden Deutschlands hat es seit Wochen kaum einen Tropfen geregnet. Es gibt nur Sonne, Sonne, Sonne. Die Lage ist im wahrsten Sinne des Wortes brenzlig.” Was sich liest wie ein Bericht aus Ende Mai 2017 oder 2018 ist der aktuelle Bericht der agrarklimatologischen Situation des UFZ und des DWD auf wetter.de vom 15. April 2020.   Wie der FBM e.V. im letzten Beitrag angekündigt hatte, wurde der März viel zu trocken. Auch der April wird keine nennenswerten Niederschlöge mehr bringen. Schon jetzt sind die Bodenwasservorräte im Oberboden in vielen Teilen Deutschlands gänzlich erschöpft, so zum Beipiel im Thüringer Becken, welches am Ende Februar leider über die niedrigsten Bodenfeuchten Deutschlands klagen mußte. Wie die Simulationen des UFZ (rechte beide Bilder) und des DWD zeigen, ist aber auch der Boden außerhalb der Talniederungenbis in 60cm Tiefe ganzflächig deutlich trockener geworden, bedingt v.a. durch zu geringe Niederschläge. Folge dessen sind wieder deutlich zunehmende Dürrezustände außerhalb der Talniederungen (zweites Bild von rechts).   Aktuell sind für Anfang bis Mitte Mai die Bodenwassersituation leicht entspannende Niederschläge angekündigt, die für das Auflaufen der Sommerungen notwendig werden. Allerdings wird auch der Mai insgesamt vermutlich keine überdurchschnittlichen Niederschläge bringen. Auch werden wieder vermutlich bis in den Sommer längere Phasen mit ausgedehnten und stabilen Hochdruckbrücken für längere trockene Phasen sorgen. Wer sich auf einen deutlich zu trockenes Frühjahr und Sommer einstellen kann, sollte das tun. Spätestens jetzt sollten alle Beregnungssystem auf ihre Funktionstüchtigkiet überprüft werden.   Zu Fragen der Bewässerung steht Ihnen der FBM e.V. natürlich immer zur Verfügung.     [...] Read more...
2. März 2020Allgemein  Der FBM e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen der bewässernden Betriebe zu vertreten. Neben der stattfindenenden Arbeit in Fachgremien und auf Landesebene, gehören hierzu aus unserer Sicht auch Informationen über aktuelle agrarklimatologische Situationen zu liefern, und diese über die Webseite des Vereins zu veröffentlichen. Zugleich kann folgender aber auch andere Berichte als Archiv genutzt werden. Deshalb hier ein aktueller Rück- und Ausblick.   Die Entwicklung der Bodenfeuchten im Februar 2020 zeigt einen für den frühen Start in die Vegetationssaison 2020 erfreulichen Verlauf. Gerade in den östlichen Bundesländern waren Anfang Februar 2020 noch große Teile nicht mit ausreichender Bodenfeuchte ausgestattet. Durch teils ergiebige Regenfälle gerade in der KW 9 hat sich diese Situation in vielen Regionen deutlich entspannt. Allerdings müssen größere Teile des Thüringer Beckens aber auch des südlichen Anhalts über zu geringe Bodenfeuchten infolge zu geringer Niederschläge klagen.   Einsamer negativer Spitzenreiter bei den aktuellen Bodenfeuchten ist hier die Station Erfurt-Weimar (Flughafen) mit nur ca. 51% nFK Bodenfeuchte unter Gras bei lehmigen Sand. Im Vergleich: Der Großteil weiterer exemplarischer Stationen der ost- und mitteldeutschen Stationen zeigt teilweise deutlich höhere Bodenfeuchten infolge größerer und im Landesschnitt doppelt so hoher Niederschlagsmengen im Februar 2020 als im Referenzzeitraum 1981-2010.     Die statistisch erhöhten Niederschläge des Februars 2020 konnten aber das Niederschlagsdefizit der vergangenen 12 Monate in den hier betrachteten ostdeutschen Bundesländern noch nicht ausgleichen. Nur in Mecklenburg-Vorpommern sind die kumulierten Niederschläge der letzten 12 Monate wider im Soll des Mittels der Periode 1981-2010. So fehlen im Landesmittel in Sachsen noch immer über 130mm im Zeitraum der letzten 12 Monate.   Im längeren Betrachtungszeitraum fehlen aufgrund der letzten zwei ausgesprochenen trockenen Jahre sogar noch mehr Niederschläge. So beträgt das Niederschlagsdefizit der letzten 24 Monate in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen im Mittel etwa 257mm. In Sachsen-Anhalt fehlen im Flächenmittel 326mm. In Mecklenburg-Vorpommern “nur” 193mm.   Im Betrachtungszeitraum von 48 Monaten liegen die gemessenen Niederschläge noch deutlicher unter dem meteorologischen durchschnittlichen Soll. Hier zählen mit 121 bzw. 158mm Defizit die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg noch zu den Gewinnern. Thüringen und Sachsen mit kumulierten Defiziten von über 400mm sind die Verlierer der letzten 48 Monate. Insbesondere sind hiervon Land- und Forstwirtschaft betroffen.   Trotz der in Teilen sich wieder “erholten” Bodenfeuchten in den oberen Bodenschichten in vielen aber nicht allen Regionen, sind die hohen Niederschlagsdefizite der vergangenen Monate und Jahre die Ursache für eine versteckte Dürresituation, die noch nicht in der Vegetation sichtbar ist. Wie der Dürremonitor des UFZ zeigt, ist die Dürresituation des Boden in der Ackerkrume bis auf wenige kleine Ausnahmeregionen Ende Februar komplett verschwunden. Der Gesamtboden ist aber immer noch von den letzten Jahren betroffen. Die ergiebigen Niederschläge des Februars haben hier kaum Abhilfe geschaffen. So existiert hier in fast ganz Sachsen, im südlichen Brandenburg sowie in weiten Teilen Sachsen-Anhalts noch immer eine extreme bzw. außergewöhnliche Dürre.           Das Ausmaß der Dürresituation läßt sich neben den zu geringen Niederschlägen auch mit deutlich erhöhten Jahresdurchschnittstemperaturen begründen. Infolge dessen sind im Vergleich zur global-klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 die klimatischen Wasserbilanzen der letzten 4 Jahre bzw. 48 Monate (und jedes einzelnen Jahres) deutlich niedriger als im Referenzzeitraum. Hier wird auch deutlich, daß das Jahr 2019 nicht ganz so extrem trocken war wie der bisherigen negative Spitzenreiter 2018. Auch wird der aktuelle Dürrezustand und damit auch der Zustand der sächsischen und thüringischen Wälder besser durch den Vergleich deutlicher und erklärbarer. Alle letzten 4 Jahre wiesen deutliche negative klimatische Wasserbilanzen gegenüber einem statistischen Wasserüberschuß in der Referenzperiode auf. Wie geht es nun weiter? Der FBM e.V. rechnet nicht damit, daß in den kommenden Wochen, vor allem im März und April, überdurchschnittliche Niederschläge fallen werden. Nur im Idealfall kann durch die kommenden Niederschläge der KW 10 und 11 gerade noch so der Bodenwasservorrat auch in den mitteldeutschen Trockengebieten bis Mitte März auf 100% nFK aufgefüllt werden. Für den März und April 2020 werden zusätzlich um ca. 1°C höhere Durchschnittstemperaturen als in der Periode 1981-2010 erwartet. Ab Mitte März erwartet der FBM e.V. allerdings bis mindestens Mitte April eine statistisch und relativ trockene Periode. Zusammen sorgt dies zwar für einen guten Start des Wintergetreides und anderer Winterungen in den Frühling, ein Bewässerungsbedarf wird aber gerade für das Thüringer Becken, Nord- und Mittelsachsen sowie Südbrandenburg gerade bei Wintergetreide insbesonder auf den leichten Standorten ab spätestens Ende April erwartet. Grundsätzlch ähnliches gilt für die Tieflagen Sachsen-Anhalts. Der FBM e.V. empfiehlt daher, schon jetzt, alle Bewässerungssysteme und -anlagen auf Funktionsfähigkeiten und ggf. existente Schäden zu überprüfen und diese umgehend beheben zu lassen. Ab Ende April sind alle Serviceunternehmen wieder voll in der Saison und lange Wartezeiten sind hinzunehmen. Sorgen Sie vor! Wie die Auswertungen auch zeigen, muß man sich auch weiterhin und vermehrt um regionale Wasserbewirtschaftungskonzepte bemühen und diese endlich in Landes- und Bundesplanungen integrieren. Leider sehen wir hier trotz intensiver Bemühungen, auch in den letzten Monaten hierzu, noch immer zu wenig Aktivitäten. Wir bleiben aber auch hier dran! Falls Sie hierzu bessere Neuigkeiten haben, wenden Sie sich bitte umgehend an uns! Zugleich wollen wir Sie auf den DLG Bewässerungstag 2020 einladen. Dieser findet am 25. und 26.05.2029 in Frohndorf (Thüringen) statt. Hier wird, so geplant, ein Thema das regionale Wasserversorgungskonzept Thüringens sein. Nähere Informationen hierzu folgen. Für Rückfragen stehen wir natürlich immer zur Verfügung! [...] Read more...
7. Oktober 2019Allgemein  Wie läßt sich die zweite heiße und vor allem trockene Saison in Folge für die ostdeutschen Bundesländer in Zahlen darstellen? Grundsätzlich war diese Saison wieder von einem deutlichen Niederschlagsdefizit in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und auch in Thüringen geprägt. Bis auf Mecklenburg-Vorpommern waren die Frühjahrsniederschläge im Flächenmittel geringfügig höher ausfallend als im bisherigen Dürrejahr 2018, insbesondere in den Höhenlagen der Mittelgebirge. Allerdings zeigt sich in der Fläche eine teilweise extreme Variabilität, da flächendeckende Niederschläge nahezu komplett ausblieben. Auch im Sommer waren im Flächenmittel die saisonalen Niederschläge höher als im Vorjahr. Dazu kommen für den Sommer deutlich erhöhte Durchschnittstemperaturen in allen Bundesländern. In Brandenburg und auch in Sachsen wurden die höchsten jemals gemessenen Durchschnittstemperaturen registriert. Daraus resultieren in allen Bundesländern hohe saisonale Wasserdefizite bzw. niedrigere klimatische Wasserbilanzen, die aber nicht ganz so extrem ausfielen wie im Dürrejahr 2018. Trotzdem sind gerade im Südosten Brandenburgs nahezu flächendeckend klimatische Wasserdefizite von 300mm und mehr festzustellen. Ähnliches gilt für nördliche Regionen Sachsens und mittlere Teile Sachsen-Anhalts.   Welche Auswirkungen hatte diese Saison für die Bewässerungslandwirtschaft aber auch für die nicht-bewässernden Betriebe? Die Ausgangssituation des Jahres 2019 war vergleichsweise in den meisten Regionen sehr ungünstig: zu geringe Niederschläge des Winters und des frühen Frühjahrs hatten die ausgetrockneten Böden nicht ausreichend mit Wasser aufgefüllt. Erst Mitte März kamen nennenswerte Niederschläge in den Regionen an, die aber nur von kurzer Dauer waren und das vorherige Defizit nicht ausgleichen konnten. In Folge der hohen Temperaturen in Verbindung mit geringen oder gar ausbleibenden Niederschlägen wuchs das klimatische Wasserdefizit im Laufe der Saison stetig an.  Die Folge waren erneut komplett ausgetrocknete Böden und Ertragseinbußen vor allem bei unberegneten Sommerkulturen. Für einen Modellbetrieb im laufenden EIP Projekt “Precision Irrigation” wurde für dieses Jahr bereits Ende Februar im Beisein der Staatssekretärin Dr. Carolin Schilde vom MLUL ein Start der Bewässerungssaison für Mitte April prognostiziert. Diese Prognose traf leider ein. Der pflanzenphyiologische Bewässerungsbedarf der diesjährigen Saison ist ingesamt betrachtet ähnlich hoch wie der des Jahres 2018.  In den meisten Fällen sind zur Verfügung stehenden genehmigten Wasserentnahmemengen höchstwahrscheinlich voll ausgeschöpft worden, da die bisherige Genehmigungsgrundlage solche extrem heiße Jahre nicht berücksichtigt. Welche Auswirkungen hatte die Saison und die landwirtschaftliche und gartenbauliche Bewässerung auf die Wasserkörper? Diese Frage läßt sich nicht einfach beantworten. Die Niederschlagsdefizite haben vor allem ein Absinken der obersten Grundwasserpegel verursacht. Dieser wird im Regelfall nur für Hauswasserbrunnen, z.B. für die Gartenbewässerung genutzt. Zusätzlich sind Oberflächengewässer und Stauanlagen der Regionen flächendeckend von sinkenden Pegeln betroffen gewesen. Vergleiche hierzu beispielhaft die Angaben des LfU Brandenburgs. Im Regelfall wird landwirtschaftliches Bewässerungswasser aber aus tieferliegenden Grundwasserstockwerken entnommen, die durchaus ganz andere und oft langsamere Reaktionszeiten auf Entnahmen und hydrologische Gesamtveränderungen haben. Da in Deutschland und auch in den meisten Bundesländern, soweit bekannt, der Anteil der Grundwasserförderung für die landwirtschaftliche und gartenbauliche Bewässerung bei etwa 4% der Gesamtentnahme aus dem Grundwasser liegt, sind etwaige Grundwasserpegelveränderungen in den tieferen Grundwasserleitern, vermutlich nicht hauptsächlich auf die Bewässerung zurückzuführen.   Was tun? Trotzdem setzt sich der Fachverband Bewässerungslandbau Mitteldeutschland e.V. dafür ein, daß ein Vorsorgemonitoring auch mit den landwirtschaftlichen Wassernutzern realisiert wird und mit den Landesämtern sowie länderübergreifend am Thema Wasserbereitstellung und vor allem am Wassermanagement gearbeitet wird. Initiativen und Ansätze hierzu sind bekannt, sollten aber konsequenter und vor allem mit allen Fachleuten, auch außerhalb der eigentlichen Wasserbehörden, entwickelt werden. Insbesondere sehen wir hier eine Notwendigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit zur Grundwassernutzung und Entnahme. Leider sind aus diesem Jahr Fälle bekannt, wo sogenannte “besorgte Bürger” massiv Wasserbehörden unter Druck setzen, warum während des Sommers Feldkulturen bewässert werden und die private Gartenbewässerung nicht mehr stattfinden darf. Wir sehen hier sowohl die Gefahr von systematischer falscher Denunziation als auch eine Sündenbocksucherei, die die Produktion regional erzeugter landwirtschaftlicher Produkte gefährden kann. Der menschengemachte Klimawandel ist, wie aus allen Zahlen der letzten Jahre ersichtlich wird, in der Landwirtschaft aber auch in Gartenbau und Forstwirtschaft angekommen. Es gilt daher intelligente Lösungen zu entwickeln, wie mit der Ressource Wasser in den kommenden Jahrzehnten effizient, gerecht und nachhaltig umgegangen werden kann. Wir empfehlen daher u.a. die Ausarbeitung von belastbaren Datengrundlagen zum zukünftigen Bewässerungsbedarf in Landwirtschaft und Gartenbau und eine verpflichtende Berücksichtigung und Umsetzung dieser in (Wasser)Bewirtschaftungsplänen durch die Landesplanungen, so wie es auch durch die EU Kommission bereits 2012 gefordert wurde. Zudem fordern wir die Umsetzung des GAK Rahmenplanes in allen Bundesländern, in dem u.a. die Ausarbeitung von Konzepten und Umsetzung dieser zur überbetriebliche Wasserbereitstellung für die Bewässerung förderfähig ist.   grafische Zusammenstellungen zur klimatischen Wasserbilanz und zum Niederschlag 2019   Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen Thüringen   Durchschnittstemperaturen Frühling im Vergleich Datenherkunft DWD Durchschnittstemperaturen Sommer im Vergleich Datenherkunft DWD [...] Read more...
6. Juni 2019AllgemeinWie aus den Daten des DWD ersichtlich wird, haben wir auch dieses Jahr wieder einen extremen Wassermangel in Land- und Forstwirtschaft, also eine Dürre. Auch das UFZ spricht in seinen Analysen wieder von extremen Dürresituationen in weiten Teilen des Bundesgebietes. Zwar fällt diese in der Deutschlandübersicht nicht ganz so extrem und flächendeckend wie 2018 aus. Allerdings haben  die ost- und mitteldeutschen Gebiete bereits jetzt klimatische Wasserdefizite in den Monaten Januar bis Mai 2019 von 250mm und mehr. Aber auch die westlichen Teile Mecklenburg-Vorpommern leiden unter extremen Wassermangel. Zum Vergleich, im Mittel lag das mittlere statistische Wasserdefizit in der Periode 1961-1990 bei ca. 50 bis 60mm. Auch dieses Jahr ist wieder mit Ernteausfällen vor allem bei Sommerkulturen zu rechnen, können diese nicht beregnet werden. Aber auch traditionell weniger bedürftige Wintergetreidekulturen werden dieses Jahr deutlich weniger Erträge in vielen Bundesländern bringen, da der Winter und das Frühjahr das Wasserdefizit des Vorjahres nicht ausgleichen konnten. Über die zurückliegenden Ursachen berichtete u.a. der DWD und auch der FBM e.V. in einem vorigen Beitrag. Als Randnotiz sei hinzugefügt, dass in in vielen Wintergetreidekulturen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordsachsen bereits Mitte April, wie von FBM e.V. befürchtet und prognostiziert, Bewässerungsbedarf bestand. Die Regel ist meistens ein Start Ende April bis Anfang Mai.   [...] Read more...
31. Oktober 2018AllgemeinIn einem vorherigen Beitrag informierte der FBM darüber, dass in Thüringen Brauchwasser der Talsperren zur Bewässerung eingesetzt wird. In diesem Jahr sind hier durch die Dürre 650 ha bewässert worden. Der Bedarf hierfür war mit 1 Mio m³ etwa doppelt so hoch wie üblich. Mediale Aufmerksamkeit hierzu war sowohl überregional als auch regional vernehmbar. Mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme der Westringkaskade wird im Jahr 2020 gerechnet, insgesamt werden dann 1,8 Mio m³ zur Bewässerung pro Jahr verfügbar. Zusätzliche Talsperren und Kleinspeicher werden in den kommenden Jahren für gleiche Zwecke ertüchtigt. Dieses Beispiel zeigt, dass durch sinnvolle wasserwirtschaftliche Planungen eine Versorgung von benachteiligten Gebieten mit Bewässerungswasser aus Überschußgebieten möglich ist. Der FBM e.V. sieht es daher als extrem gefährlich an, Planungen und Ausführungen zu solchen Vorhaben aus den Mitteltöpfen der GAK (Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz) komplett zu streichen, wie es zum 31.12.2019 beabsichtigt wird (Förderbereich 7: “Andere wasserwirtschaftliche Maßnahmen”, Punkt 2.2.1 c bis d).   Der FBM e.V. fordert daher, auf der kommendenen  Sitzung des Planungsausschusses für Agrarstruktur und Küstenschutz (PLANAK) mögliche Mittelabrufe auf Länderebene hierzu nicht nur zu verlängern, sondern hierfür auch in konkrete Fachplanungen einzutreten. Hierbei sind regionale-, überregionale und bundeslandsübergreifende Planungen und Ausführungen sehr empfehlenswert, damit die überbetriebliche Wasserversorgung zur Absicherung der Produktion von Nahrungsmitteln nicht an Verwaltungsgrenzen scheitert. Für nähere Rückfragen steht Ihnen wie immer der FBM e.V. zur Verfügung.       [...] Read more...
12. September 2018AllgemeinSeit einiger Zeit gibt es in Thüringen aber auch darüber hinaus Diskussionen, warum ursprünglich zur landwirtschaftlichen Bewässerung geplante und existente Speicherbecken nicht derart genutzt werden. Vielerorts sind in Thüringen diese sogenannten”herrenlosen Speicher” vorhanden, aber nur selten in Gebrauch. Zudem sind viele dieser Anlagen reperaturbedürftig. Allein 50 der 62 Stauanlagen unterschiedlicher Größen befinden sich in Ostthüringen.   Nun gibt es endlich eine Bewegung in dieser Angelegenheit. Die Thüringer Fernwasserversorgung und das Umweltministerium beabsichtigen, diese wieder zu reaktivieren und auch an Betriebe, diese diese unterhalten, zu übertragen. Lesen sie hierzu mehr   Diese positiven Neuigkeiten für die bewässernde Betriebe Thüringens sind in das allgemeine Bestreben der Thüringer Fernwasserversorgung einzuordnen, das Netz auch zu Bewässerungszwecken zu nutzen. Ziel ist die Aktivierung der Westringkaskade bis Anfang 2020. Lesen Sie hierzu mehr   In Thüringen existieren ingesamt 37 Brauchwassertalsperren mit einem theoretischen Brauchwasservolumen von 16 Mio m³, die dieses Wasser zur Verfügung stellen könnten. Das qualitataiv hochwertige Bewässerungswasser wäre hier eine Nachnutzung nach der Stromproduktion und wird hier zudem auch mit hohen Drücken für die Nutzer zur Verfügung gestellt.   Der Fachverband Bewässerungslandbau Mitteldeutschland e.V. begrüßt und unterstützt diese Anliegen aktiv und hofft auf Nachahmung in anderen Bundesländern. [...] Read more...
30. Juli 2018AllgemeinNach den aktuellsten Vorhersagen bleibt die Witterung in Europa, v.a. aber in Deutschland, vorerst weiterhin zu trocken und zu warm.   Wie aus den Modellläufen des ECMWF ersichtlich wird, sind für die kommenden Wochen vorraussichtliche Lufttemperaturen höher und Niederschläge geringer ausfallend als die der letzten 20 Jahre. Durch die erhöhten Temperaturen wird damit das klimatische Wasserdefizit noch größer und kommende Niederschläge bringen wenn überhaupt nur kurzfristige Entspannung für die Land-, Forst-, Teich- und Wasserwirtschaft in weiten Teilen Deutschlands. Damit bleibt die mittlerweile auch in vielen Medien angesprochene und diskutierte Dürresituation in Deutschland aber auch in anderen Ländern Europas weiter bestehen.   Für die nicht beregenden Landwirte bedeutet das, dass die Ernteausfälle bei Sommerkulturen höher ausfallen werden als durch den FBM e.V. bereits Mitte Juni 2018 prognostiziert wurde. Der FBM e.V. vertritt die Ansicht, dass eine nachhaltige Risikovorsorge für die Landwirtschaft gegenüber trockenheitsbedingten Ertragsausfällen nur darin bestehen kann, dass betriebsseitig in Bewässerungstechnik investiert wird. Eine hundertprozentige Absicherung gegenüber einer monatelangen Dürre ist dabei aus wasserwirtschaftlicher Sicht unmöglich. Der FBM e.V. würde es daher begrüßen, wenn sowohl Fördersätze für Beregnungstechnik moderat angehoben und bundesweit vereinheitlicht werden würden, als auch der Zugang zur Förderung vereinfacht werden könnte. Die bisherige bürokratische und kapazitäre Situation ist nach Auffassung des FBM e.V. ungeeignet dafür, dass alle potentiell bereitgestellten Mittel voll ausgeschöpft werden.   Zugleich begrüßt der FBM e.V. die kommende Vorstellung der DWA zur Vereinheitlichung der Wasserrechtsbeantragung in Deutschland und lädt auf diesem Weg alle Interessierten und zuständigen Vertreter zu zwei möglichen Terminen ein. Näheres bei der DWA selbst oder im Terminkalender des FBMs auf der Hauptseite.   Übersicht und Zusammenstellung der Modellläufe des ECMWF vom 30.07.2018 für die Lufttemperatur (monthly temperature (T2m)) und Niederschlag (monthly rain anomalies) für die kommenden vier Wochen   [...] Read more...
11. Juli 2018AllgemeinGroße Teile Europas waren bislang von einer extremen Trockenheit betroffen, insbesondere die Ostseeanrainerstaaten. Ernteverluste in Größenordnungen sind zu erwarten. Aktuelle Prognosen geben an, dass das Wetter in Mitteleuropa v.a. im Juli weiterhin zu trocken und zu warm bleibt. Die Prognosen des ECMWF für die Monate Mai und Juni 2018 sind jedenfalls eingetreten. Aufgrund des Klimawandels sollen Dürren in Europa, wie sie in den letzten Wochen erlebbar waren, länger andauern und größere Areale betreffen. Die diesjährige große Teile Europas betreffende Dürre ist bislang in ihrer Intensität vergleichbar mit der Dürre des Jahres 2003. Bei einer durchschnittlichen Erwärmung von 3K kann das der Normalzustand bis 2100 werden, sagen Wissenschaftler des UFZ. 26% der Europäischen Landflächen wären dann davon betroffen, etwa 3-mal mehr als in der Periode 1971-200. Für Deutschland wären dann 3 bis 4 Monate Dürre während der Vegetationsperiode Normalität. Daraus ergibt sich für die Landwirtschaft ein Bedarf zur Risikiominierung: Eine Versicherung gegen Ernteausfälle durch Dürren wäre eine Option. Der FBM setzt sich aber dafür ein, dass die Bewässerung weiterhin als erste Option den Landwirten zur Verfügung steht und genutzt wird. Erste Erntergebnisse von Verbandsmitgliedern zeigen, dass nur die Bewässerung in diesem Jahr profitable Ergebnisse im Wintergetreide gebracht haben. Durchschnittliche WG-Erträge von 72dt/ha beregnet stehen gegenüber 33dt/ha unberegnet in Landkreis Ostprignitz-Ruppin.  Dieses Jahr heißt das: Verlust für den nicht bewässernden Landwirt. [...] Read more...
17. Juni 2018AllgemeinNachdem der  April 2018 statistisch unauffällig war, d.h. es fiel in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen etwa so viel Regen wie im zuückliegenden 30-jährigen bzw. 50-jährigen gleitenden Mittel, war der Folgemonat Mai 2018 so trocken wie schon lange nicht mehr. Seit etwa 30 Jahren gab es in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt keinen niederschlagärmeren Mai mehr. Die nachfolgenden Tabellen zeigen die statistische Auswertung der Jahresreihen des DWDs der Monate April und Mai 2018. Aber auch die bisherigen Negativrekorde der Monate Mai der Jahre 1989 bis 1990 waren außergewöhnlich (s.u.). Übersicht und statistische Bewertung zur Niederschlagssituation April 2018 Übersicht und statistische Bewertung zur Niederschlagssituation Mai 2018   Siehe auch den Fachbeitrag des FBMs im aktuellen EIP Agri Projekt “Precision Irrigation” zu Definitionen von Trockenheit.   Rückblick: Die außergewöhnlich trockenen Monate Mai der Jahre 1988, 1989 und 1990 stellen den bislang nicht unterschrittenen Negativrekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. 1989 gab es den bislang trockensten Mai in Brandenburg (13,2mm) und Mecklenburg-Vorpommern (8,2mm). Für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen war es der Mai 1990 mit jeweils 13,9, 12,4 bzw. 14,1 mm Niederschlag. 1893 war der bislang trockenste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Brandenburg.   Niederschlagsverteilung Durchschnittliche Werte des Niederschlages sind gerade bei Flächenländern wie Brandenburg teilweise irreführend, da sie die regionalen Verteilungsmuster nicht wiedergeben. Die Auswertung der Niederschlagsmessungen des DWDs ergaben die Situation, dass  v.a. in Brandenburg sowie in Mecklenburg-Vorpommern große Gebiete mit extrem niedrigen Niederschlägen (<5mm sowie 5-10mm) zu kämpfen hatten. In Brandenburg waren dass v.a. die nord-westlichen Regionen und in Mecklenburg v.a. die zentralen Teile sowie Rügen. Im südlichen Brandenburg waren dagegen höhere Werte zu verzeichnen, die u.a. mit den vergleichsweise höheren, aber immer noch unterdurchschittlichen, Niederschlägen in Sachsen in Verbindung zu bringen sind. Aber auch die Regenschattengebiete des Harzes in Sachsen-Anhalt waren, wieder einmal, von der Frühsommertrockenheit geprägt, die auch hier fast keine merklichen Niederschläge fielen. In Brandenburg waren etwa 12% der Landesteile mit Niederschlagshöhen kleiner als 10 mm (1 Wassereimer pro m²) im Monat Mai konfrontiert. Gebraucht wären etwa 13 Eimer Wasser (130 Liter, siehe hierzu den älteren Beitrag). 35% des Landes hatten Niederschläge unter 15mm. Nur 0.5% des Landes hatten mehr als das langjährige Mittel von etwa 52mm für den Monat Mai 2018, wobei das absolute Maximum nur 68mm Regen war (eigene Analysen). In Mecklenburg waren etwa fast 50% der Landesteile von Niederschlagshöhen unter 10 mm (Median = 11mm) betroffen. Etwa 4% der MVP Landesfläche hatten 5mm Niederschlag und weniger. Keine Region in MVP hatte im Mai 2018 mehr als das durchschnittliche Monatsmittel von etwa 48mm (eigene Analysen). In Sachsen-Anhalt waren nur 1.5% der Landesfläche im Mai 2018 mit Niederschlägen über den langjährigen Mitteln von etwa 52mm gesegnet.  In 50% der Landesteile fielen hier weniger als 18mm. Mit 10mm (1 Wassereimer pro m²) oder weniger Niederschlag im Monat Mai 2018 mussten sich etwa 7% der Landesfläche Sachsen-Anhalts begnügen. Durch die bereits im April geringen Niederschläge (<20mm) mußte die Region um Hedersleben, Bessenstedt, Dederstedt (Einheitsgemeinde Salzatal im Saalekreis) mit kumulierten Niederschlägen der Monate April und Mai 2018 um etwa 30 mm leben. Normal und durchschnittlich wäre etwa 3-mal soviel zu erwarten gewesen. (eigene Analysen) Trotz der  guten Böden der Regionen (größtenteils Löß-Schwarzerdeböden) mit hoher Wasserspeicherkapazität im effektiven Wurzelraum sind aber auch hier Ertragseinbußen bei ausbleibender Beregnung zu erwarten.   Niederschlagssituation April / Mai  2018   Auswertung und Zusammenfassung der Frühsommersituation für die Landwirtschaft Vielerorts ist daher gerade in den Getreideanbaugebieten mit hohen Ertragseinbußen und verringerter Erntequalität, so zum Beispiel beim Anbau von Braugerste zu rechnen. Aber auch der sonst recht robsute Roggenanbeu leidet dieses Jahr unter der Trockenheit und Hitze. Vielfach sind die Getreidebestände in unberegneten Schlägen aufgrund fehlender Niederschläge bereits seit 1 bis 2 Wochen in der Notreife. Durch die diesjährig extrem ausgeprägte Wärme und Trockenheit des Mais kam es zu außergewöhnlich hohen klimatischen Wasserdefiziten. Noch zu erwarten sind daher sowohl Ertragseinbußen in allen unberegneten Kartoffelanbaugebieten sowie in der Maisproduktion. Prognostiziert werden hier Einbußen von 50 bis 60% im Mittel gegenüber Normaljahren. In einigen Regionen sind sogar Totalausfälle realistisch. Beregnete Kulturen werden hier vielfach vermutlich keine überdurchschnittlichen Werte erzielen, da auch bislang der Juni keine nennenswerten und nachhaltig wirkenden Niederschläge brachte und vielerorts die Bewässerungslandwirtschaft mit der Bewässerung nicht hinterherkommt. Durchweg produktive und gute Böden, wie sie u.a. in den Lößregionen Sachsen-Anhaltes aber auch Sachsens zu finden sind, konnten dieses Jahr nicht ihr ganzen Potential für den Ackerbau zur Geltung bringen, wenn eine Bewässerung nicht möglich war. Eine Verbesserung der Wasserinanspruchnahme durch Landwirte sollte v.a. für diese, aber natürlich auch für andere anders benachteiligte Regionen der Länder Brandenburg, Sachsens, sowie Mecklenburg-Vorpommerns Ziel einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft sein. Der prognostische Wegfall der Förderung von Investitionen in überbetriebliche Bewässerungsinfrastukturen ab 2019 ist daher absolut unverständlich und wurde u.a. auf dem DLG Bewässerungstag 2018 in Linthe wieder sehr kritisch gesehen. Der FBM e.V. setzt sich daher dafür ein, dass die Förderungen, wenn auch in anderer Form weitergeführt wird, und die Landwirtschaft, gerade in den klimatisch benachteiligten Regionen, einfacheren und klareren Zugang zur wasserrechtlichen Entnahmegenehmigung nach den Wasserhaushaltsgesetzen der Länder bekommt. Die Grundwasserleiter erlauben dies größtenteils. Weitere Informationen folgen demnächst. Der FBM e.V. geht davon aus, das die Förderung der Bewässerung auf Landes- und Bundesebene den Gesamthaushalt weniger belasten wird als die jährlichen Kompensationszahlungen wegen Dürre und Trockenheit. Weitere Informationen hierzu folgen…         [...] Read more...

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